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KONVENTIONELLE STADT

Oldenburg ist – wie alle Städte, von denen ich bislang gehört habe – eine Utopie, die unter einer Schicht konventionellen Verhaltens liegt. Diese Schicht überlagert ihr utopisches Potential und macht es unsichtbar.

Früher war das anders, als die Zeit noch jung war. Damals glich kein Tag dem anderen: Morgens wusstest du nicht, wer du warst und und was du tun konntest. An einem Tag machte Pekko Pfannkuchen, und Thomas lief als Weihnachtsmann herum; in den Vorstellungen verkauften Fischer ihren Fang und der Priester reinigte die Toiletten.

Seit damals ist die Zeit gealtert, und alle möglichen Alltagsmuster wurden geschaffen. Jeder Morgen scheint gleich zu sein, auf jedem Hof findet man dieselben Muster.

Natürlich wiegen uns Konventionen in Sicherheit; es ist praktisch, ein vorhersehbares Leben zu haben. Dies ist jedoch eine Illusion, und die Konventionen sind nur eine Hülle. Darunter liegt eine Welt unsichtbarer Vereinbarungen, Regeln, Denkmuster, Gewohnheiten und Gepflogenheiten, die nur auf gegenseitigem So-tun-als-ob beruhen. Darum ist Utopie keine Ordnung hinter dem Horizont der Zukunft, sondern ein fortlaufender Fluss möglicher Welten, der direkt hinter unserer Wahrnehmung fließt, in unserer Empfindsamkeit für einander.

Risto

Übersetzung: Katja von der Ropp

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