Kurzbiographien der Referent_innen

Karen Witthuhn (Leitung GETTING ACROZZ)
Jahrgang 1969, studierte „Drama – Theatre, Film & TV“ an der University of Bristol (GB). Seit 1995 tätig als Regisseurin, Dramaturgin und Produktionsleiterin an Stadttheatern, in der freien Szene und für internationale Theaterfestivals, darunter PAZZ und Theaterformen. Seit 2000 freiberufliche Tätigkeit als literarische Übersetzerin aus dem Englischen, hauptsächlich von Theaterstücken und -texten, Romanen und Drehbüchern. Spezialisiert auf Übertitelungen von Theaterproduktionen. 2009 Gründung des literarischen Übersetzerdienstes Transfiction, das sie gemeinsam mit Lucy Renner Jones leitet. www.transfiction.eu

Yvonne Griesel (Leitung Symposium)
Dipl. Dolmetscherin für Russisch und Französisch, Promotion zum Thema „Übertitelung im Theater“ an der Humboldt Universität zu Berlin 2006. Tätig in Wissenschaft und Praxis, Lehre und Übersetzung. Autorin der Bücher „Translation im Theater“ (2000) und „Die Inszenierung als Translat“ (2007). Freiberuflich tätig als Übertitlerin, Übersetzerin und Dolmetscherin. Mit „SprachSpiel“ hat sie sich darauf spezialisiert, für jede Theaterproduktion die passende Übertragungsform zu finden, sei es Synopse, Übertitelung oder Verdolmetschung. www.sprachspiel.org

David Maß (Leitung Symposium)
gründete 2006 eine Kleine Internationale Theater Agentur (KITA), die auf Übersetzungen und Übertitel spezialisiert ist. Feste Kooperationspartner in Berlin sind u.a. das HAU, das Deutsche Theater, die Schaubühne, die Volksbühne und die Berliner Festspiele. Ist außerdem viel auf nationalen und internationalen Festivals unterwegs, da Sprachvermittlung immer dort vonnöten ist, wo Grenzen überschritten werden. Träumt davon, dass der Übertitler als unverzichtbarer Teil des künstlerischen/technischen Teams gesehen wird und als solcher ganz selbstverständlich mit der Produktion auf Tour geht. Freut sich, dass das Bewusstsein bei Künstlern, Theatern und Festivals für die Bedeutung von guten Übertiteln und deren Anteil am Gelingen eines Gastspiels in den letzten Jahren gestiegen ist. Seit 2011 ist er Teil von TEATRIS, einem Netzwerk von Theatermachern und -liebhabern, das in einer Alten Kantine im Wedding residiert und das Ziel verfolgt, die richtigen Menschen miteinander in Verbindung zu bringen.

Andrea Zagorski (Referentin: Urheberrechte bei Übertitelungen)
studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin und war Dramaturgin an verschiedenen Theatern im Kinder- und Erwachsenenbereich. Seit 2002 arbeitet sie für das Internationale Theaterinstitut Zentrum Deutschland (ITI). Sie ist zuständig für den Bereich Gegenwartsdramatik und Übersetzung, u.a. die Übersetzerbegegnungen im Rahmen der Mülheimer Theatertage oder des Festivals Neue Stücke aus Europa in Wiesbaden, die „Akademie für generationsübergreifendes Sehen“ und gemeinsam mit Nina Peters für das Symposium „play young“ während des Festivals Theater der Welt 2010 in Mülheim und Essen. 2007 und 2009 leitete sie die Jury Neue Kanadische Dramatik der Botschaft von Kanada und ist seit 2008 im Beirat zur Förderung von Kunst und Kultur in Berlin/Pankow. Sie ist Mitherausgeberin von verschiedenen Publikationen internationaler Dramatik im Verlag Theater der Zeit, sowie von Stück-Werk 5, einem Arbeitsbuch zu jungen deutschsprachigen Autoren.

Irja Grönholm (Referentin: Simultandolmetschen)
geboren 1951 in Eberswalde, lebt in Berlin. Nach dem Abitur 1970, Studium der Biologie (1970 – 74) an der Universität Greifswald, Abschluß Diplom; 1974-84 wiss. Mitarbeiterin an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin. Seit 1984 freie Übersetzerin für estnische Literatur (Belletristik, Dramatik, Kinderbuch, Sachbuch). Zahlreiche Übersetzungen von Romanen, Theaterstücken; Mitherausgeberin estonia, Zeitschrift für estnische Literatur und Kultur (1990-2004); Hrsg. estonia 2006 u. estonia 2007, Jahrbücher für estnische Literatur; zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften; Mitarbeit bei (Dokumentar)filmen, Rundfunksendungen, Tagungen u.a.; Kuratorin für Estland (Kulturjahr der Zehn); Preise und Stipendien: Preis via estica für Übersetzungen aus dem Estnischen, verliehen vom Estnischen Schriftstellerverband 1991; (teils kurzzeitige) Stipendien im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf 1993, 1994, 1997; Stipendium im Baltic Centre for Writers and Translators in Visby/Schweden 1994; Aufenthaltsstipendium im Europäischen Übersetzer-Kolleg Straelen 1996; Orden der Rep. Estland „Maarjamaa Rist V. Kl.“ 2007; Jahrespreis des Estnischen Kulturkapitals, Sparte Übersetzung 2008; shortlist des Brücke Berlin Preises 2010 mit der Übersetzung von Eeva Park, Falle, unendlich. www.irjagroenholm.de

Isolde Schmitt (Referentin: Simultandolmetschen)
arbeitet seit Jahren als Übertitlerin und Dolmetscherin fest für die Wiener Festwochen. Außerdem ist sie als freiberufliche Konferenzdolmetscherin, Übersetzerin, Über- und Untertitlerin sowie als Lektorin an den Universitäten Graz und Wien tätig. Übersetzung eines Buches über Marcel Duchamps für den Piet Meyer Verlag/Basel (erscheint im Herbst 2010) und zweier Kinderbücher (Neufassung/Enzyklopädie „In 80 Tagen um die Welt“; „Die drei Musketiere“, erschienen im Herbst 2010 beim Verlag für Schule und Wissenschaft, Wien). Diplomdolmetscherin für Französisch und Russisch (Universität Wien). 1992: Abschluss des ersten Studienabschnitts der Rechtswissenschaften (cand. iur.) 2004: Abschluss des feministischen Grundstudiums (4 Semester) mit dem Titel „akademische Referentin für feministische Bildung“.

Tabitha Allum (Referentin: Übertitelungen für Gehörlose und Schwerhörige)
ist die Leiterin von STAGETEXT, eine Organisation, die sich auf Übertitelungen und Sprache-zu-Text-Transkriptionen von Theatervorstellungen und Kulturevents für gehörlöse Zuschauer spezialisiert hat. STAGETEXT wurde 2005 gegründet und hat ihren Sitz in London. Vor 2005 arbeitete Tabitha Allum für den Arts Council England.

Uli Menke (Referent: Übertitelung – Übersetzung und Struktur)
geboren 1968 in Möhnesee. Nach einer Ausbildung zum Buchhändler arbeitete er in der Heinrich Heine Buchhandlung, Berlin, bei P.U.F., Paris und in der Buchhandlung Knesebeck 11, Berlin. Von 1992 – 1997 absolvierte er ein Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Religionswissenschaft und Ethnologie an der FU Berlin und in Paris, Vincennes / St. Denis, 1997 Maîtrise bei Michel Deguy zu Maurice Blanchot, «Thomas l’obscur». Seitdem arbeitet er als freier Übersetzer und Dramaturg. Er lebt in Brest.

Anke Nicolai (Referentin: Audiodeskription für Blinde)
Studium der Sozialarbeit/Sozialpädagogik. Seit 1998 als Hörfilm-Autorin, freie Redakteurin und Tonregisseurin für das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen, das schweizerische und österreichische Fernsehen tätig.  Gründungsmitglied des Vereins Hörfilm e. V. – Vereinigung Deutscher Filmbeschreiber, (2000-2011 Vorstandsvorsitzende).  Seit 2006 Projektleitung / Erstellung von Audiodeskriptioen / Live-Einsprache für integrative Film-, Schauspiel- und Musiktheaterveranstaltungen in Zusammenarbeit mit Filmfestivals, städtischen Theater- und Opernhäusern. Entwicklung von blindengerechten Audioführungen für Museen und touristische Angebote. Als Referentin, Workshop- und Seminarleiterin tätig. 2012 Gründung von „audioskript“.

Bernd Benecke (Referent: Audiodeskription für Blinde)
ist der Hörfilmredakteur des Bayerischen Rundfunks. Seine Erfahrungen im Bereich der Audiodeskription reichen zurück bis zu den Anfängen im Jahr 1989. Zunächst Autor und Sprecher (auch bei einer AD-Produktion am Theater Konstanz), liegt heute der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Ausbildung neuer Beschreiber und der redaktionellen Überarbeitung der Texte. Er ist Mitautor der Deutschen Audiodeskriptions-Guidelines und hat Workshops in vielen Ländern (u.a. Brasilien, Südafrika, Spanien etc.) gehalten. Derzeit arbeitet er an seiner Doktorarbeit zur Audiodeskription an der Universität Saarbrücken.

Francesca Spinazzi (Referentin: Alternative Wege der Übertragung)
geboren in Mailand  (Italien), in Lima (Peru) aufgewachsen. Seit 1972 lebt sie in Berlin, wo sie Romanistik, Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Seitdem ist sie tätig als Kuratorin für interdisziplinäre Projekte in den Bereichen Theater, Tanz, Musik, Film und Literatur: 1978 bis 1989 bei den Berliner Festspielen mit Schwerpunkt Osteuropa, Israel, Afrika, Lateinamerika, Naher und Ferner Osten; für Claudio Abbado während seiner künstlerischen Leitung der Berliner Philharmoniker; für Pina Bausch (Festivals Nordrhein-Westfalen 2001, 2004, 2008); für verschiedene internationale Festivals (u.a. Santiago de Compostela, Mulhouse). 2008 war sie Dramaturgin für „Theater der Welt 2008″ in Halle/Saale. Zur Zeit arbeitet sie als Tanzkuratorin für Nike Wagner/Kunstfest Weimar. Außerdem ist sie tätig als Übersetzerin aus dem Deutschen, Italienischen, Französischen, Englischen und Spanischen.

 

Gudrun Hillert und Christian Pflugfelder (Referenten: Gebärdendolmetschen auf der Bühne)

Gudrun Hillert, Jahrgang 1970, Dipl.-Gebärdensprachdolmetscherin, lebt in Potsdam. Seit 2004 hauptberuflich an der Humboldt-Universität zu Berlin als Dozentin für Gebärdensprachdolmetschen tätig.

Christian Pflugfelder, Jahrgang 1973, Kind gehörloser Eltern (engl.: Coda = Child of Deaf Adults) und staatlich geprüfter Gebärdensprachdolmetscher, lebt in Grafrath bei München. Seit 2001 als selbstständiger Gebärdensprachdolmetscher tätig.

 1996-2000 waren beide angestellt als Gebärdensprachdolmetscher an der FH Potsdam für taube und schwerhörige Studierende der Sozialarbeit/Sozialpädagogik. Gemeinsam mit Sasha Mazzotti, Regisseurin und damals Dramaturgin am Hans Otto Theater Potsdam, seit 1996 Entwicklung eines regelmäßigen Programms („SignSpots am HOT“) an gedolmetschten Theateraufführungen für taubes Publikum (http://www.hansottotheater.de/preise-besucherservice/angebote-fuer-gruppen/vorstellungen-fuer-taube-hoergeschaedigte-tamidos.htm), in dessen Rahmen mittlerweile etwa 40 gedolmetschte Theaterstücke angeboten wurden. Darüber hinaus Dolmetschung von Shakespeare-Inszenierungen am Erfurter Sommertheater, Dolmetschung von Kino-Filmen (u. a. Jenseits der Stille 1996, Titanic 1998, Harry Potter und der Stein der Weisen 2001), Konzerten (achthändiges Gebärdenquartett zum Weihnachtsoratorium des Uni-Chores Potsdam 1998, „Nacht der Lieder“ mit Clemens Bittlinger und Gerhard Schöne auf den Deutschen Evangelischen Kirchentagen in Stuttgart 1999, Berlin 2003, Hannover 2005, Köln 2007, Wise Guys auf dem DEK Köln 2007) und Opern („Die Zauberflöte“ in Heidelberg 2010 und „Tannhäuser“ in Mainz 2011).

Gudrun Hillert: „Dolmetschen am Theater – Verlorne Liebesmüh?“ In: Das Zeichen 19:70 (2005), S. 282 – 293

 


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